Die Grundformel
Überstunden entstehen, wenn die tatsächlich geleistete Arbeitszeit (Ist-Stunden) die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit (Soll-Stunden) in einem Abrechnungszeitraum übersteigt. Die Formel ist einfach: Ist-Stunden minus Soll-Stunden ergibt den Überstundensaldo. Kompliziert wird es in der Praxis meist nicht bei der Formel selbst, sondern bei zwei Punkten: der korrekten Umrechnung von Stempelzeiten in Dezimalstunden und der Frage, welche Zuschläge auf welche Stunden anfallen.
Warum Rundung überhaupt nötig ist
Stempeluhren und Apps erfassen Zeiten auf die Minute genau, Lohnabrechnungen arbeiten aber meist mit Dezimalstunden (zum Beispiel 7,75 Std. statt 7 Std. 45 Min.). Ohne ein einheitliches, vorher festgelegtes Rundungsverfahren entstehen leicht Unstimmigkeiten – vor allem, wenn unterschiedliche Personen unterschiedlich runden.
Ein verbreitetes und neutrales Verfahren ist die Rundung auf die nächste Viertelstunde nach mathematischen Regeln:
| Erfasste Minuten | Gerundeter Wert |
|---|---|
| 0:00–0:07 | 0,00 Std. |
| 0:08–0:22 | 0,25 Std. |
| 0:23–0:37 | 0,50 Std. |
| 0:38–0:52 | 0,75 Std. |
| 0:53–0:59 | 1,00 Std. |
Fier-App wendet genau dieses Verfahren automatisch auf jede erfasste Zeit an. Der Vorteil eines fest programmierten, für alle Mitarbeitenden gleich angewendeten Verfahrens: Es lässt sich nicht versehentlich uneinheitlich anwenden, und es bevorzugt strukturell weder Arbeitgeber- noch Arbeitnehmerseite.
Zuschläge: Der zweite Faktor
Neben der reinen Stundenzahl spielen in vielen Branchen Zuschläge eine Rolle – etwa für Nachtarbeit, Samstags-, Sonntags- oder Feiertagsstunden. Diese werden üblicherweise als Prozentsatz auf den Grundlohn der betroffenen Stunden berechnet. Wichtig ist dabei, dass der Prozentsatz je Zuschlagsart und teils je Mitarbeiter:in individuell vereinbart sein kann und in der Berechnung korrekt der jeweiligen Stunde zugeordnet wird.
In Fier-App lassen sich Zuschlagssätze für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsstunden hinterlegen; die Zuordnung zu den erfassten Stunden und die Berechnung erfolgen automatisch. Das Ergebnis ist informativ und fließt in den Lohn-Export ein – die Zuschlagssätze selbst legt der Arbeitgeber fest.
Typische Fehlerquellen
- Uneinheitliche Rundung: Wenn manuell oder mit wechselnden Regeln gerundet wird, entstehen über Wochen hinweg spürbare Abweichungen.
- Vergessenes Ausstempeln: Führt zu überhöhten oder fehlenden Zeiten, wenn es nicht zeitnah korrigiert wird.
- Fehlende Dokumentation von Korrekturen: Nachträgliche Änderungen ohne Protokoll sind im Streitfall schwer zu belegen.
- Falsch zugeordnete Zuschläge: Etwa wenn Nachtstunden, die über Mitternacht hinausgehen, nicht korrekt aufgeteilt werden.
Wie Fier-App damit umgeht
Jede Zeitkorrektur kann ausschließlich von Nutzer:innen mit Administratorrechten vorgenommen werden, wird mit Zeitstempel und ausführender Person protokolliert, und die betroffene Person wird automatisch über die Änderung benachrichtigt. Rundung und Zuschlagsberechnung laufen automatisiert und konsistent für alle erfassten Zeiten.
Was Fier-App nicht ist
Fier-App berechnet weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge und erstellt keine offizielle Lohnabrechnung. Die berechneten Stunden, Zuschläge und Kontostände lassen sich als Excel-Datei exportieren und an eine Lohnbuchhaltung oder Steuerberatung weitergeben – für die inhaltliche Richtigkeit der Abrechnung bleibt der Arbeitgeber verantwortlich.
Fazit
Wer Überstunden korrekt berechnen will, braucht ein klar definiertes, konsistent angewendetes Rundungsverfahren und eine nachvollziehbare Zuordnung von Zuschlägen. Automatisierung reduziert dabei genau die Fehlerquellen, die bei manueller Berechnung am häufigsten auftreten.
Fier-App