Was ist ein Arbeitszeitkonto?
Ein Arbeitszeitkonto stellt die vertraglich vereinbarte Soll-Arbeitszeit einer Ist-Arbeitszeit gegenüber, die tatsächlich erfasst wurde. Die Differenz ergibt einen Saldo: Wer mehr arbeitet als vereinbart, baut ein Plus auf (Überstunden), wer weniger arbeitet, ein Minus (Minderstunden). Dieses Prinzip ist unabhängig davon, ob das Konto auf Papier, in einer Excel-Tabelle oder digital in einer Software geführt wird.
Der praktische Nutzen liegt in der Nachvollziehbarkeit: Arbeitgeber und Beschäftigte sehen jederzeit, wie viele Stunden angesammelt oder abgebaut wurden, ohne am Monatsende mühsam nachrechnen zu müssen.
Warum eine genaue Erfassung wichtig ist
Ungenaue oder nachträglich rekonstruierte Zeiterfassung führt regelmäßig zu Streit – etwa darüber, ob Überstunden tatsächlich angefallen sind oder wie viele Urlaubstage noch offen sind. Eine laufend geführte, für beide Seiten einsehbare Erfassung reduziert dieses Risiko erheblich und erleichtert zugleich die Dokumentationspflichten, die sich aus dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) ergeben.
Wie Fier-App das Arbeitszeitkonto führt
In Fier-App stempeln Mitarbeitende über die App ein und aus; jede Erfassung fließt automatisch in ihr persönliches Arbeitszeitkonto ein. Damit die Stunden konsistent ausgewertet werden können, rechnet das System die erfassten Zeiten in Dezimalformat um (zum Beispiel 15 Minuten = 0,25 Stunden) und rundet dabei mathematisch auf Viertelstunden:
| Erfasste Minuten | Gerundeter Wert |
|---|---|
| 0:00–0:07 | 0,00 Std. |
| 0:08–0:22 | 0,25 Std. |
| 0:23–0:37 | 0,50 Std. |
| 0:38–0:52 | 0,75 Std. |
| 0:53–0:59 | 1,00 Std. |
Dieses Rundungsverfahren ist neutral: Es bevorzugt weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer:in systematisch, sondern rundet nach mathematischen Regeln zur jeweils nächsten Viertelstunde. Als Arbeitgeber sind Sie dafür verantwortlich, Ihre Beschäftigten über das angewendete Rundungsverfahren zu informieren.
Aufgelaufene Überstunden lassen sich in Fier-App übertragen oder in Freizeit ausgleichen (Zeitausgleich). Zusätzlich können prozentuale Zuschläge für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsstunden hinterlegt werden – die Berechnung erfolgt automatisch auf Basis der erfassten Zeiten und fließt in den Lohn-Export ein.
Korrekturen bleiben nachvollziehbar
Vergisst jemand das Aus- oder Einstempeln, können Nutzer:innen mit Administratorrechten die entsprechenden Zeiten korrigieren. Jede Korrektur wird mit Zeitstempel und ausführender Person protokolliert, und die betroffene Person erhält automatisch eine Benachrichtigung über die Änderung.
Was Fier-App nicht ist
Fier-App berechnet weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge und erstellt keine offizielle Lohnabrechnung. Das System stellt die erfassten und ausgewerteten Daten – Stunden, Zuschläge, Kontostand – als Excel-Export bereit, der an eine Lohnbuchhaltung oder Steuerberatung weitergegeben werden kann. Für die inhaltliche Richtigkeit der Lohnabrechnung bleibt der Arbeitgeber verantwortlich.
Fazit
Ein sauber geführtes Arbeitszeitkonto schafft Transparenz für beide Seiten und reduziert Streit über Überstunden oder offene Salden. Entscheidend ist eine konsistente, nachvollziehbare Erfassung mit klar dokumentierten Korrekturen – digital lässt sich das deutlich einfacher umsetzen als mit Papier oder Tabellen.
Fier-App